Was ist bloß mit dem Veranstaltungsprogramm passiert?

Von langfristigen Planungen in schnellen Zeiten

456 (plus minus das eine oder andere Event) Veranstaltungen hätten wir von Mai bis Juli den Münchner Bürgerinnen und Bürgern anbieten können – in dem Leben vor Kontaktsperre, Hygienemaßnahmen und (Groß)Veranstaltungsverbot.

Für die Frühlings-/Sommermonate eine sehr stattliche Anzahl. Und wie gewohnt in einer wunderbaren Vielfalt: Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, Basteln, Vorlesen, Mitmachaktionen, Paninitauschbörse, Fußballprofis, Late Night Lernen, Filmvorführungen, Diskussionsrunden, DIY … Mir hat das Programm in der Produktion sehr viel Spaß gemacht, denn wieder konnte man sehen: die Münchner Stadtbibliothek ist vielfältig und thematisch so breit aufgestellt wie keine andere Institution. Mit Fug und Recht können wir behaupten, dass wir für alle da sein wollen und sind. Wer das Heft in die Hand nimmt, kann eigentlich nicht übersehen, dass wir Angebote machen für eine Vielzahl von Menschen aus allen Schichten und Communities. 
Außerdem möchte ich noch sagen: „Das war das schönste Heft bisher.“ 

Nur einmal die falsche Schrift gesetzt (ist außer einer Kollegin vermutlich kaum jemandem aufgefallen, oder?), ansonsten im Vorfeld supergut von Kolleg*innen durchredigiert, genügend Platz, so dass wir auch mit viel Bildmaterial arbeiten konnten, schöne Coverfarbe … Und dann kam Corona …


Wie Sie alle aus leidvoller Erfahrung wissen: so ein Heft hat einen irren Vorlauf, auch wenn ich immer das Gefühl hatte / habe: die Zeit reicht nicht!

Für viele von Ihnen bedeuten die 8 Wochen vor Auslieferung ziemlichen Stress, da Sie ja quasi schon vier bis fünf Monate im Voraus Ihre Veranstaltungen planen müssen. Ich finde, dass haben Sie bei den beiden letzten Heften großartig hinbekommen – ein dickes Dankeschön für Ihre Bemühungen und die Arbeit!

Für mich bedeuten die 8 Wochen: In einer Woche alle Daten ziehen, ggf. noch Veranstaltungen freigeben (der neue Veranstaltungskalender ist für das Heft übrigens Gold wert!), nach Rubriken sortieren und passend für die Agentur aufbereiten. Wie eine Weltmeisterin Bilder sammeln, alles zu einem Paket schnüren, die Struktur besprechen und festlegen und alles an die Agentur geben. Danach erstmal drei Tage durchatmen bevor es weiter geht mit Bildimpressum, Korrekturschleifen, Kalenderauszüge und Plakate gestalten. Das ist die Zeit, wo Sie von mir nur noch hören (wenn Sie dann überhaupt was von mir hören): ‚Jetzt nicht‘, ‚grummel,grummel – wenn es denn sein muss‘, ‚geht jetzt nicht‘. Zum Glück sehen Sie mir diese Phase immer wieder nach 🙂 


Bei all der Arbeit, die in diesen 120 Seiten von uns allen steckt: Mir blutet das Herz, denn nun haben wir 20.000 Exemplare, die kaum jemand zu Gesicht bekommt. 20.000 Hefte mit denen wir nicht stolz zeigen können, was für tolle Aktionen und Veranstaltungen wir nahezu täglich in der gesamten Stadt anbieten. 20.000 Hefte, die demonstrieren, dass wir mehr sind, als ‚nur‘ der Ausgabe- und Rückgabeort von Medien – nämlich auch ein Ort, an dem Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Finanzstatus zusammenkommen, Neues entdecken, sich informieren, miteinander ins Gespräch kommen können.

Um aber daran zu erinnern, was für ein Ort wir sind und auch bald wieder sein wollen – ein lebendiges Haus, in dem jede und jeder willkommen ist und in dem für jeden etwas geboten wird – haben wir eine kleine Fotoaktion mit 456 Heften gemacht: Ein Heft pro Veranstaltung.

Genießen wir also jetzt die geballte grüne Farbe unseres ‚Was wäre wenn gewesen‘-Heftes, mit der Hoffnung auf eine weitere Runde im Oktober …

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