Mein Tag: Im Homeoffice

Von Birgit / Stadtbibliothek Neuhausen

Es gibt schlechtere Orte zum Arbeiten als den heimischen Esstisch. Aber mein Homeoffice unterscheidet sich schon fundamental von meinem Schreibtisch in der Bibliothek. Daheim arbeite ich tatsächlich mit mehreren Geräten gleichzeitig: Laptop, Tablet und Smartphone kommen den ganzen Tag über in unterschiedlichen Funktionen zum Einsatz. Immer wieder gibt es hier kurze Unterbrechungen, um mit der Familie und mit Freunden zu schreiben: Wie geht es euch? Wie läuft es bei euch im Homeoffice? Was beschäftigt euch und mich? Dieser Austausch ist schön und in der Tat eines der wenigen positiven Dinge der Krise.

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Zuhause habe ich tatsächlich auch immer Blumen auf dem Tisch, was in der Arbeit nie vorkommt. Vielleicht sollte ich das aber – wenn alles wieder „normal“ ist – einfach übernehmen.  Und mein Heimarbeitsplatz ist viel weniger vollgepackt als der Schreibtisch – was aber hauptsächlich daran liegt, dass der Arbeitsplatz zu Hause auch der Esstisch ist und er daher immer wieder von allen Arbeitsutensilien leer geräumt wird. Es fehlt mir, dass ich jeden Morgen das Haus verlasse und draußen erst mal ein Gespür für die Welt bekomme: Wie warm/kalt ist es, wie viele Menschen sind schon unterwegs? Dieses Umgeben sein von Menschen, die ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit sind, sich unterhalten, die Stadt mit Leben füllen.

Und was ich vermisse ist die Bibliothek als Ort: Die Welt innerhalb von tausenden Büchern. Auch wenn ich daheim eine eigene Wand voller Bücher habe, ist die Stadtbibliothek Neuhausen einfach ein wunderschöner und inspirierender Arbeitsplatz.

Am allermeisten vermisse ich aber tatsächlich meine Kolleg*innen. Der Austausch und die Gespräche von Angesicht zu Angesicht sind hier im Homeoffice durch nichts zu ersetzen. Denn trotz aller digitalen Möglichkeiten ist das Homeoffice doch auch immer ein Stück Abgeschnittensein.

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